GUTSBESITZER ALTER ZEIT von Nikolaj GogolMoskauer Künstlertheater „A. P. Tschechow“ TERMINE:
Regie: Mindaugas Karbauskis Philemon und Baucis in Kleinrussland. Zwei alte Leute leben in paradiesischer Eintracht inmitten einer fruchtbaren Natur und mit viel gutem Essen. Sie sind gastfreundlich, offenherzig und so vertrauensvoll, dass sie nicht einmal bemerken, wie sie regelmäßig von Personal und Gästen bestohlen werden. Doch die Natur hat es so gut mit diesem Landstrich und den beiden Alten gemeint, dass es wirklich kaum auffällt, wenn die Mägde und Gäste sich regelmäßig in der Vorratskammer den Magen an zu viel gutem Essen verderben. Die beiden Alten haben keine Kinder. Als Pulcherija Iwanowna fühlt, dass sie bald sterben muss, ordnet sie an, wie man sich nach ihrem Tod um ihren Mann zu kümmern hat. Sie weiß, dass er ohne ihre Liebe und Fürsorge verwahrlost. Sie stirbt. Er verwahrlost. Fünf Jahre später stirbt er dann endlich auch. Das Haus verwahrlost. Die Besitztümer verwahrlosen. Die Zäune stürzen ein, das Vieh ist weg. Die Bauern geben sich der Trunksucht hin. Zwei Gutsbesitzer alter Zeit. Mindaugas Karbauskis beendete 2001 die Akademie für
Theaterkunst. Sein Lehrer war Pjotr Fomenko. Die Inszenierung von
Karbauskis ist ein starkes künstlerisches Angebot, die trockene
und heftige Form ist aus beinahe nur einem Satz der Erzählung
Gogols entstanden: „Das Leben dieser bescheidenen Gutsbesitzer
ist so still, so still, dass du dich für eine Minute vergisst
und denkst, daß es Leidenschaften, Wünsche und unruhige Gerade die Stille ist der Hauptbestandteil in der Inszenierung dieses jungen litauischen Regisseurs. In dieser Nutzbarmachung der Stille erweist sich Karbauskis nicht nur als Schüler Fomenkos, sondern auch des großen litauischen Regisseurs Nekroius – des großen Poeten und Technologen des nonverbalen Theaters, der die Fähigkeit besaß, mit Schweigen nicht wenigerü ber die Welt zu erzählen, als mit Worten. zu den Beteiligten der Aufführung ... Traurigkeit alter Zeit, "Moskowskije nowosti" 05.02.2002 Gogols Motive
von Olga Galachowa
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